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FF Waldthurn - Über uns

 

Geschichte


Nachdem 1865 beim großen Brand fast der ganze Ort vernichtet wurde regten 1869 der damalige Bürgermeister und einige Bürger des Ortes zum ersten Mal die Aufstellung einer Freiwilligen Feuerwehr an. Dies gelang jedoch erst im Jahr 1873. Am 15. Februar gründeten 36 Männer im damaligen Rathaus diesen „so nützlichen Verein“ wie im Gründungsaufruf zu lesen war.
Die erste große Löschmaschine, eine Saug- und Druckspritze der Fa. Blümlein aus Würzburg, wurde schon im Jahr 1874 angeschafft und stand 58 Jahre im Dienst der Wehrmänner.
Die erste Fahne beschafften die Männer zum 25-jährigen Gründungsfest 1898. Diese kann auch heute noch nach der Restaurierung im Jahr 1998 im Gerätehaus der Wehr besichtigt werden. Zu dem Jubiläum mit Fahnenweihe übernahm die Freiwillige Feuerwehr Neustadt/WN erstmals die Patenschaft und beide Feuerwehren pflegen auch noch nach 110 Jahren sehr engen Kontakt.
Im Jahr 1932 wurde dann eine neue Motorspritze von der Firma Paul Ludwig aus Bayreuth angekauft. Es handelte sich hierbei um einen Flader TSA mit Motorspritze ebenfalls von Flader, die bis dato, restauriert aber durch einen Motorschaden leider nicht mehr funktionsfähig, im Ausstellungsraum des Feuerwehrhauses auf seine Einsätze bei Festumzügen wartet. Für diese Motorspritze waren im Laufe der Jahre mehrere Zugfahrzeuge im Einsatz. Zuletzt war dies ein Ford V8 aus Wehrmachtsbeständen, der im Jahr 1958 seinen Dienst versagte.
Das erste fabrikneue Löschfahrzeug wurde im Jahr 1960 von der Marktgemeinde beschafft. Das LF 8 auf Opel Blitz, Pumpe und Aufbau Ziegler, tat 25 Jahre lang treuen Dienst.
Im Jahr 1964 feierte die Freiwillige Feuerwehr ein großes Fest mit Fahnenweihe. Die damals gesegnete Fahne wird auch heute noch bei allen Festivitäten benutzt und wird derzeit von einer Fachfirma restauriert, so dass sie im kommenden Jahr zu ihrem 45-jährigen Dienstjubiläum wieder in neuem Glanz erstrahlt. Weitere Meilensteine sind das 100-jährige Gründungsfest im Jahr 1973, der Ankauf des neuen Tanklöschfahrzeugs TLF 16/24 und der Kauf des bei den Wehrmännern wenig beliebten TSF Ford Transit im Jahr als „Ersatz“ für das LF 8.
Große Freude herrschte bei den Wehrmännern als 1994 der Bau des neuen Feuerwehrhauses in der Schulstraße startete. Das Gebäude mit den beiden Fahrzeugstellplätzen, der Waschhalle mit Schrägtrocknung, Lager und Werkstatt sowie Schulungsraum mit Küche und Sanitärräumen konnte dann schließlich 1996 den kirchlichen Segen erhalten. Bereits zwei Jahre später wurde 125-jähriges Gründungsfest gefeiert.


Fuhrpark


Fahrzeuge

Eine Verjüngungskur erhielt in den letzten Jahren der Fuhrpark der Feuerwehr Waldthurn. Im Jahr 2003 konnte ein gebrauchter Mehrzweckanhänger mit Tandemachsen und einer Nutzlast von zwei Tonnen beschafft werden. Dieser wurde in Eigenregie komplett renoviert, mit einem Planenaufbau versehen und mit einer großen Laderampe ausgestattet. Die Beladung umfasst Gerätschaften zur Technischen Hilfeleistung. So befinden sich Ölbindemittel, Notstromaggregat, Flutlichtscheinwerfer, Wassersauger, Tauchpumpe, Wathosen sowie Geräte und Schutzkleidung für Insekteneinsätze auf dem Anhänger.
Ein gebraucht beschaffter VW Transporter Syncro wurde im Jahr 2005 von einigen Kameraden zu einem Mehrzweckfahrzeug umgebaut. Gerade noch rechtzeitig fertig wurde der Umbau, als im Februar 2006 der TÜV das endgültige Aus für das bis dahin vorhandene TSF Ford Transit aus dem Jahr 1985 gab. Das allradgetriebene Mehrzweckfahrzeug ist ausgestattet mit sechs Sitzplätzen, Schreibtisch, Handsprechfunkgeräten, Geräten zur Wasserentnahme, Motorkettensäge, Atemschutzgeräten und Geräten zur Verkehrsabsicherung.
Als nun Anfang 2006 die freudige Nachricht von der Ersatzbeschaffung für das bisher eingesetzte TLF 16/24 auf Mercedes Benz 1113 aus dem Jahr 1979 die Mitglieder erreichte, war die Freude groß. Am 22.12.2006 konnten die beiden Kommandanten mit den Gerätewarten und Gruppenführern das neue Löschfahrzeug vom Typ LF 20/16 beim Hersteller Iveco Magirus im Werk Weisweil in Empfang nehmen. Das sehr geländegängige Fahrzeug verfügt über vielerlei technische Raffinessen und Gerätschaften die sich in der Zeit seit der Indienststellung bereits bestens bewährt haben.
Einweihung LF 20/16
Das Fahrzeug verfügt über 280 PS, 2.400 l Wassertank, 150 l Schaummitteltank, Singlebereifung mit Allradantrieb und Differentialsperren. Neben der Standardbeladung wurde das Fahrzeug mit Pumpenvollautomatik, Schaumschnellangriff, pneumatischem Lichtmast mit 3.000 Watt Lichtleistung, Stromerzeuger 13 kVA, Hochdrucklöschgerät HiPress sowie einer Vielzahl weiterer technischer Details ausgestattet. Ebenfalls verfügt das Fahrzeug über viele Teile des Zusatzbeladungssatzes HL1 - zur Technischen Hilfeleistung mit Rettungsschere, -spreizer, -zylinder und Hebekissen. Die Zusatzbeladung Wasserschaden mit Wassersauger und Tauchpumpe fand außerdem Platz auf dem Fahrzeug. Ebenfalls seit Ende 2007 neu im Fuhrpark ist ein Tragkraftspritzenanhänger der Marke „Eigenbau“, der alle Geräte des bisherigen Tragkraftspritzenfahrzeugs beherbergt und im Einsatzfall vom MZF gezogen wird.


Ausbildung


48 männliche und 13 weibliche Feuerwehrdienstleistende absolvieren unter Leitung der beiden Kommandanten Josef Zielbauer und Christian Klier die geforderten Übungen und Unterrichte und legen die Leistungsprüfungen Löscheinsatz und Technische Hilfeleistung ab. Wichtig ist der Führung die Weiterbildung durch die Teilnahme an überörtlichen Lehrgängen wie Truppmann-, Maschinisten-, Atemschutzgeräteträger-, und Funklehrgängen oder auch durch die Teilnahme an Lehrgängen der Staatlichen Feuerwehrschule in Regensburg. Die Feuerwehr verfügt derzeit über 29 ausgebildete Atemschutzgeräteträger, die mit den vorhandenen acht Atemschutzgeräten die erforderlichen Übungen in der Atemschutzstrecke in Neustadt bewältigen.
Leistungsabzeichen THL
Fettexplosion
Maschinistenfortbildung


Einsätze


Bei den immer zahlreicher werdenden Einsätzen werden die Helfer über 35 Funkmeldeempfänger und bei Großschadenslagen zusätzlich über Sirene alarmiert.
So mussten allein im Jahr 2007 68 teils sehr schwere Einsätze bewältigt werden. Hierbei handelte es sich um insgesamt neun Brandeinsätze, 52 Technische Hilfeleistungen und um drei Sicherheitswachen. Im Bereich der Technischen Hilfeleistungen waren, vom folgenschweren Verkehrsunfall auf dem Fahrenberg, beim dem ein Opfer zu beklagen war, bis hin zur Insektenbekämpfung alle Arten von Einsätzen zu bewältigen. Bleibenden Eindruck bei den Helfern sowie den Führungskräften hinterließ im Juni 2007 der Schwelbrand der Getreidetrocknungsanlage des Raiffeisenlagerhauses in Albersrieth. Die eingesetzten Kameraden verhinderten bei dem 24 Stunden dauernden Einsatz an dem riesigen Silo- und Trockner-Komplex auf einer Höhe von 25 Metern Schlimmeres. Zahlreiche Atemschutzgeräteträger versuchten, die Anlage abzukühlen, was ihnen jedoch aufgrund der ständigen Explosionsgefahr erst durch den Einsatz des CO2-Löschers der ebenfalls alarmierten Berufsfeuerwehr Regensburg gelang. Nur durch die hervorragende Zusammenarbeit aller eingesetzten Feuerwehren, den Feuerwehrführungskräften des Landkreises sowie dem BRK welches mit Notärzten, Schnelleinsatzgruppe, Verpflegungsgruppe und Einsatzleitung vor Ort war konnte ein noch größerer Schaden abgewendet werden.
Verkehrsunfall


Jugendgruppe


Die Jugendgruppe der Feuerwehr zählt zu den ältesten im gesamten Landkreis. Sie wurde bereits ein Jahr vor dem 100-jährigen Gründungsjubiläum, also im Jahr 1972, auf Initiative des heutigen Ehrenmitglieds und Ehren-KBIs Johann Bäumler (ÄU) gegründet und ist somit bereits über 36 Jahre alt. Die Gruppe umfasst momentan 25 weibliche und männliche Jugendfeuerwehrleute die sich, aufgeteilt in verschiedene Altersstufen, wöchentlich treffen. Unter der Aufsicht der drei Jugendwarte nehmen die Jugendlichen an vielen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen wie die alljährliche Rama-Dama-Aktion oder dem alle zwei Jahre stattfindenden Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr teil. Ebenfalls wird größter Wert auf eine solide Ausbildung der Nachwuchskräfte gelegt. Es werden Truppmann-Ausbildungen, Erste-Hilfe-Kurse und Wissenstests im Feuerwehrgerätehaus durchgeführt.
Abnahme Jugendspange
Jugendübung

Vereinsleben


Einen sehr hohen Anteil am Vereinsleben im Markt Waldthurn hat die 240 Mitglieder umfassende Wehr um die beiden Vorsitzenden Josef Holfelner und Dieter Malzer. So wird alljährlich einen Tag vor dem Dreikönigsfest die traditionelle Christbaumversteigerung mit Verlosung durchgeführt, die sich wachsender Beliebtheit bei Jung und Alt erfreut. Der Florianstag wird ebenfalls alle Jahre in würdiger Form begangen.
Bereits zum sechsten Mal fand im Mai das zweitägige Waldthurner Frühlingsfest unter der Regie der Feuerwehr statt. Dieses Highlight des Veranstaltungskalenders erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit in der Bevölkerung der Marktgemeinde und der umliegenden Städte und Gemeinden.
Frühlingsfest
Die Mitglieder der Wehr beteiligen sich auch an vielen weiteren Veranstaltungen, beispielsweise am Bürgerfest, Maibaumaufstellen und vielen kirchlichen Festen tatkräftig. Überörtlich werden vor allem Feuerwehrjubiläen und Feste umliegender Feuerwehren besucht.
Besonders hervorzuheben sind außerdem die sehr guten Kontakte zum Patenverein Neustadt/WN und zu der stattlichen Anzahl von sechs Patenkindern. Auch zu der Freiwilligen Feuerwehr der Waldthurner Partnerstadt Hostau (Hasici Hostoun) hat die Wehr enge Kontakte, die bisher in gemeinsamen Schauübungen und Festen weiter vertieft werden konnten.


Text: Christian Klier