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Chronik

"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr"

dieser Wahlspruch der Feuerwehr gilt in Waldthurn seit nunmehr 125 Jahren. Hab und Gut der Mitbürger zu schützen ist vorrangig Aufgabe der Wehrmänner, die freiwillig und unentgeltlich ihre Arbeit verrichten. Hauptursache für die Gründung einer Feuerwehr in Waldthurn waren ganz gewiss die großen Brände im 18. und 19. Jahrhundert. An sie soll einleitend auch erinnert werden.


Die großen Marktbrände in Waldthurn


Das 18. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch die Marktbrände der Jahre 1714, 1776 und 1797. Bereits 1714 sind große Teile des Marktes in Schutt und Asche gefallen, aber besonders hart traf es den Ort am 18. September 1776. Ein Großfeuer vernichtete in kurzer Zeit 53 Wohnhäuser samt Nebengebäuden, die Pfarrkirche, den Pfarrhof und das Schulhaus. Ursache für den Brand soll der Schuss auf einen Vogel gewesen sein. Bereits 21 Jahre später, am 8. September des Jahres 1797, wütete in Waldthurn schon wieder ein Feuer. Diesmal war der sogenannte "Anger" betroffen, d.h. das Gebiet westlich des Schlosses und südlich der Hauergasse. Insgesamt wurden 23 bürgerliche Häuser nebst Stadeln, Ställen und Schupfen ein Raub der Flammen.

Der Markt Waldthurn am Ende des 18. Jahrhunderts, vor dem großen Brand 1865
Der Markt Waldthurn am Ende des 18. Jahrhunderts, vor dem großen Brand 1865


Der große Brand am 5. Oktober 1865


Eine der dunkelsten Stunden der Geschichte legte sich am 5.Oktober 1865 über den Ort. An diesem Tag stand der ganze Markt bis auf wenige Häuser in Flammen. Nach Aussage des Kgl. Bezirksassessors Koerberg sind von den insgesamt 146 Wohngebäuden nur noch 17 unversehrt geblieben. Sehr erschütternd sind auch die Augenzeugenberichte. Unter anderem schreibt der Verwalter des Hammergutes Gröbenstädt in seinem Bericht:

"Herzzerreißend war es, wenn man die Leute um die rauchenden Trümmer ihres Besitztumes herumstehen sah, wie sie sich in ihrem Unglück weder Rat noch Hilfe wussten. Schauderhaft nahm sich die Waldthurner Kirche aus, als sie in Flammen stand. Vom Turme rann das geschmolzene Metall der Glocken herab; in der Kirche brannten die hölzernen Heiligen und ein colossales Cruzifix. Kurz, es sah schauderhaft aus. In der Zeit von 3 Stunden lagen 140 Wohnhäuser mit Stadeln und Ställen im Schutt. Von einem solchen Augenblick möge man bewahrt bleiben, ich denke wenigstens mit Grauen daran".



Das unglückliche Jahr 1865
"Das unglückliche Jahr 1865"
Originalauszug aus der Festschrift von 1898, die vom damaligen Vorsitzenden Bauer verfasst wurde 1873


Das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Waldthurn



Gründung der Wehr - Originalauszug aus der Festschrift zum 25jährigen Jubiläum aus dem Jahre 1898

Die Gründung einer Wehr wurde eigentlich schon 1869 angeregt, vier Jahre nach dem großen Brand vom Oktober 1865, dem fast der gesamte Ort zum Opfer fiel. Aber erst im Jahre 1873 war es dann soweit. Am 15.2.1873 gründeten 36 Männer im damaligen Rathaus die Freiwillige Feuerwehr Waldthurn. l. Vorstand wurde der Kaminkehrermeister Josef Bauer, Hauptmann der Drechsler Josef Sollfrank, I. Adjudant der Kaufmann Philipp May, er bekleidete auch die Ämter des Schriftführers und des Kassiers, II. Adjudant der Schneidermeister Peter Weber, Obersteiger der Zimmermann Georg Baier, Spritzenmeister der Wagner Michl Zilbauer, Austräger der Bäcker Anton Danzer, Requisitenmeister der Schmied Josef Höpfl. Dem damaligen Schriftführer Philipp May ist es zu verdanken, dass alles mustergültig festgehalten wurde, so dass die Ereignisse seit der Gründung chronologisch lückenlos wiedergegeben werden können. Bei dieser Gründungsversammlung wurde weiter beschlossen, dass jedes Vereinsmitglied einen Gulden Aufnahmegebühr sowie einen Monatsbeitrag von 6 Kreuzern zu entrichten habe. Außerordentliche Mitglieder zahlten einen Gulden Aufnahme und 12 Kreuzer Monatsbeitrag. Zur Beschaffung der ersten Ausrüstungsgegenstände mussten die Mitglieder in die eigene Tasche greifen, da öffentliche Mittel fehlten. Es wurden insgesamt 131 Gulden 36 Kreuzer durch Beiträge und Aufnahmen von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern aufgebracht. Die erste größere Löschmaschine wurde im Jahre 1874 angeschafft, eine Saug- und Druckspritze der Firma Blümlein, Würzburg, zum Preis von 1000 fl. mit Schlauchmaterial. Sie sollte 58 Jahre ihren Dienst tun.


Modell dieser Saug- und Druckspritze aus dem Jahre 1890

Am 2. Februar 1883 hatte die Wehr das 10jährige Bestehen erreicht und diese Gründungsfeier wurde am 1. Juli festlich begangen. Zur Bestreitung der Unkosten musste jedes Mitglied 1 Mark bezahlen. Zum Feste waren die Wehren aus Pleystein, Flossenbürg, Floß, Roggenstein, Waldau, Georgenberg und Weiden gekommen. Bei der Generalversammlung im September 1890 wurde ein Wechsel des Vereinslokals von Johann Müllhofer in die Gaststätte Matthias Bergler beschlossen. 88 Jahre war hier die Heimat der Waldthurner Wehr. Erst bei der Generalversammlung am 12.2.1978 wurde der Wechsel in die Gaststätte Ebnet beschlossen, da das Wirtshaus beim "Bergler Mattes" schloss. Da die alte Branddirektionsfahne total unbrauchbar geworden war, beschloss man 1898 das 25jährige Gründungsfest mit einer Fahnenweihe zu verbinden. Die neue Fahne kostete mit Fahnenbändern 280 DM. Sie wurde nach einstimmigem Beschluss des Verwaltungsrates 1998 restauriert und hängt jetzt noch im Fahnenschrank des neuen Gerätehauses. Sie wird auch der jetzigen Generation eine wertvolle Erinnerung sein an die Vorfahren im Waldthurner Feuerlöschwesen. Die Patenstelle zum 25jährigen Jubiläum übernahm die Freiwillige Feuerwehr Neustadt/WN, zu der die Wehr als Paten-kind auch nach 100 Jahren noch sehr engen Kontakt hat.


Vorderseite ganz rot, stellt das Marktwappen dar in feinster Handstickerei,
Nadelmalerei, goldbestickte Widmungsschrift mit den Jahreszahlen 1873-1898



Rückseite: Weißes Mittelfeld mit roter Einfassung, Feuerwehrinsignien
mit Wahlspruch, Eichenkranz in Gold, Seidenstickerei


1932 - eine neue Motorspritze wurde angekauft


Nachdem die alte Saug- und Druckspritze 58 Jahre ihren Dienst erfüllt hatte, war im Jahre 1932 der Ankauf einer neuen Motorspritze notwendig geworden. Sie kaufte man von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth. Fahrgestell: Flader TSA, zweirädrig, elastikbereift, Pumpe: Flader 2W3, Motor: Breuer C2, Baujahr 1932. Dieses Modell ist durch den Gerätewart Josef Pflaum jun. im Jahr 1997 restauriert worden. Es wird auch heute noch gepflegt und ist im Schauraum des Gerätehauses zu bewundern.
Verdiente Feuerwehrleute der Waldthurner Wehr, ausgestattet mit den passenden Uniformen, als Bedienungspersonal der Flader, Baujahr 1932:


Stehend von links: Johann Klotz (ältestes Mitglied der Wehr), Hans Weig, Georg Völkl, Josef Wild, Anton Wurzer, Max Müllner, Josef Grundler, Johann Bäumler.
Sitzend: Max Müller, Josef Pflaum, Mathias Wurm. (Foto entstand 1998)


1939 wurde zur Beförderung der Motorspritze von Josef Wild ein PKW, Fabrikat Opel, zum Preis von 900 RM erworben. 1943 wurde vom Kraftunternehmer Josef Weiß aus Weiden ein größerer Wagen gekauft, Fabrikat Mercedes Benz, Baujahr 1937, 55 PS. Beim Einmarsch der US-Truppen wurde der Wagen von Josef Wild zerstört und der von Josef Weiß beschlagnahmt. Ein in Waldthurn von der Wehrmacht defekt zurückgelasse-ner PKW, Ford V 8, wurde nach Rücksprache mit der Militärregierung der Marktgemeinde als Beförderungsfahrzeug für die Motorspitze überlassen.


1947 Erste Generalversammlung nach dem Krieg


Am 12. Januar 1947 wurde die erste Generalversammlung nach dem Krieg abgehalten; es waren 17 Mitglieder erschienen. Gewählt wurden: 1. Kommandant Karl Grundler, 2. Kommandant Franz Wurm, Schriftführer Josef Wild, Kassier Wolfgang Kleber, Beisitzer Michael Völkl und Josef Daubenmerkl.


Neues Gerätehaus und neues Auto


1956 wurde mit der Planung eines neuen Gerätehauses begonnen und 1957 wurde es nach dem Abbruch des alten Schulstadels erbaut. Die Gesamtkosten betrugen 20.446 DM. Zuschüsse gab es 9.550 DM, 6.000 DM wurden an Eigenleistungen erbracht, den Rest finanzierte die Marktgemeinde. Dieses Gerätehaus beim Rathaus tat seinen Dienst bis zum Jahre 1996, nach dem Bau des neuen Gerätehauses. 1959 wurde auch ein neues Auto gekauft, da der Ford V8 1958 seinen Dienst versagte, ein LF 8, Fahrgestell Opel, Pumpe Ziegler, FPV 8/8, Baujahr 1960, Kosten: 26.017 DM. An Zuschüssen wurden 13.007 DM gewährt, aus der Vereinskasse der Wehr kamen 4.000 DM, den Rest finanzierte die Marktgemeinde. Am 26. Juni 1960 wurden die feierliche Segnung des Autos und die Einweihung des Gerätehauses durch Pfarrer Max Meindl vorgenommen.


Das alte LF 8, Baujahr 1960, tat über 20 Jahre seinen Dienst. Das treue Gefährt wurde 1984 aussortiert.
Das "Ehrengeleit" geben: von links: Roman Bauer, Josef Holfelner, Dieter Malzer, Michael Pflaum, Jürgen Hinterding, Josef Zielbauer.


Fahnenweihe im Jahre 1964


Nachdem die alte Fahne 65 Jahre ihren Dienst getan hatte, wurde bereits im März 1963 vom damaligen Kassier Wolfgang Kleber die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne angeregt. Diese wurde am 3.10.1963 bei der Bonner Fahnenfabrik in Auftrag gegeben. Die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Waldthurn, die noch heute bei Festlichkeiten mitgetragen wird.


Vorderseite: dunkelroter Samt, in der Mitte das Marktwappen,
Eichenlaubkranz in Gold, Umschrift in Goldkantille


Rückseite: cremefarbiger Samt mit Feuerwehremblem, darunter
2 Lorbeerzweige, Umschrift in rot


Das Fest der Fahnenweihe, das sehr intensiv vorbereitet worden war, wurde dann am 7. und 8. Juni 1964 gefeiert. Fahnenbraut war Christa Grünauer (Christa Müller), Fahnenjunker Herbert Kick.

Fahnenbegleitung
von links: Fahnenbegleiter Johann Wagner, Begleiterin Gitta Puff (Bäumler),
Fahnenjunker Herbert Kick, Fahnenbraut Christa Grünauer (Müller),
Fahnenbegleiter Günther Grünauer, Begleiterin Margit Arnold (Weiß)


10. Oktober 1965 • Gedenktag des großen Brandes vor 100 Jahren


Am Sonntag den 10. Oktober 1965 wurde mit einer Großübung des 100. Jahrestages des großen Brandes von 1865 gedacht. Vorstand Josef Grundler und Kommandant Johann Bäumler hatten ein gut ausgearbeitetes Programm vorbereitet. Beim Anwesen Holfelner in der Vohenstraußer Straße wurde wie vor 100 Jahren die Brandbekämpfung mit der damals üblichen Art der Eimerkette vorgenommen. Am zweiten Brandobjekt Gollwitzer brachten die Senioren unter Leitung von Karl Grundler und Mathias Kick die Handdruckspritze in Einsatz. Beim Anwesen Ebnet, Marktplatz, wurde dann in einer Großübung mit den heutigen Mitteln die Bekämpfung eines Großbrandes demonstriert. Im Auftrag der Feuerwehr hatten die Gebrüder Stahl, Albersrieth, den gesamten Ablauf der Übung im Film festgehalten. Dieser Film wurde im Jahre 1995 auf Initiative von Johann Bäumler und Josef Grundler von Eduard Bäumler neu auf Video aufgezeichnet und vertont. Er dient heute als bleibende Erinnerung.


Die Seniorengruppe im Einsatz an der Handdruckspritze


21. - 25. Juni 1973 - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Waldthurn


Ganz groß gefeiert wurde im Jahre 1973 zum 100jährigen Jubiläum der Wehr unter der Schirmherrschaft von Landrat Christian Kreuzer, stellvertretendem Landrat Franz Weig und 1. Bürgermeister Ludwig Bergmann. Im Jubiläumsjahr hatte der Verwaltungsrat folgendes Aussehen: 1. Kommandant Johann Bäumler, Stellvertreter Max Müller, Vorsitzender Josef Stubenrauch, Kassier Josef Striegl, Schriftführer Franz Bergler, Ausschussmitglieder: Franz Wurm, Georg Stubenrauch, Albert Troidl, Anton Wurzer, Josef Pflaum, Ludwig Müller, Hans Bäumler. Vereinsdiener Johann Probst. Die Wehr hatte im Jubiläumsjahr 181 Mitglieder, davon 4 Ehrenmitglieder, 71 Aktive, 67 passive und 38 fördernde Mitglieder. In zahlreichen Festausschusssitzungen war dieses Großereignis bestens vorbereitet worden und es wurde zu einem wirklich gelungenen Jubiläum. Das Festzelt stand auf dem "Alten Fußballplatz" wobei ein Höhepunkt sicher der Auftritt der "Donauschwäbischen Blasmusik" unter der Leitung von Josef Augustin am Montag war.


Die Wehr im Jubiläumsjahr 1973
1. Reihe v. l. n. r: Max Müller, Georg Stubenrauch, Vorstand Josef Stubenrauch, Altkommandant Josef Ebnet,
Bürgermeister Ludwig Bergmann, Albert Troidl, Kommandant Johann Bäumler, Josef Striegl, Franz Bergler.
2. Reihe: Joachim Hetschger, Hans Arnold, Karl Bäumler, Albert Vitztum, Max Müllner, Josef Daubenmerkel, Rudolf Zellner, Hans Bäumler, Josef Grundler.
3. Reihe: Mathias Wurm, Josef Hamann, Adam Müller, Johann Wittmann, Johann Kleber, Alfred Stubenrauch, Michl Völkl, Franz Blöderl.
4. Reihe: Robert Bergler, Hans Schell, Karl Feiler, Ludwig Müller, Günther Grünauer, Hans Weig, Albert Karl, Alfred Pühler, Hans Wagner.
5. Reihe: Josef Wild, Manfred Zosel, Gerhard Hamann, Josef Pflaum, Josef Bäumler, Herbert Kick, Anton Wurzer, Rudi Schwarzer.


Danach gab es in der Wehr mehrere ruhige Jahre, in denen die gewohnten Veranstaltungen wie Preisschafkopf, Christbaumversteigerung und diverse Feste abge-halten wurden. Präsent aber war man auch bei den großen Festen der Patenvereine. So übernahm die Wehr 1978 anlässlich des 100jährigen Jubiläums die Patenschaft in Bernrieth, beteiligte man sich am 90jährigen Jubiläum der FFW Waldkirch im gleichen Jahr. Am 12.2. wechselte nach fast 100 Jahren das Vereinslokal von der Gaststätte Bergler (Bergler Mattes), wo seit 1880 die Wehr ihre Heimat hatte, in die Gaststätte des langjährigen Kommandanten Josef Ebnet, wo man auch fast 20 Jahre blieb. Maria Ebnet wurde für ihre Verdienste sogar zur "Ehrenvereinswirtin" ernannt.


Ankauf und Segnung des neuen TLF 16


Am 3.4.1978 kam es zu einer ersten Aussprache wegen des Kaufes eines Tanklöschfahrzeuges, das dann ein Jahr später auch angeschafft wurde. Dies nahm man auch zum Anlass, um am 26. und 27.5.1979 zu feiern. So wurde am 26.5. ein festlicher Kommersabend mit Ehrungen verdienter Mitglieder im Reilsaal durchgeführt. Am Sonntag, den 27.5. wurde dann nach einem feierlichen Gottesdienst das neue Auto von Pfarrer Andreas Renner gesegnet. Am Nachmittag stand eine großangelegte Schauübung auf dem Programm. Die angenommene Brandstelle beim Anwesen Ebnet am Marktplatz wurde mit dem TLF 16 bekämpft und mit schwerem Atemschutzgerät wurde auch ein "Schwerverletzter" geborgen. Die Gemütlichkeit kam dann zu ihrem Recht im Festzelt am "Alten Sportplatz". Im Juni 1981 übernahm man beim 100jährigen Jubiläum der Feuerwehr Lennesrieth wieder die Patenschaft.


110 Jahre Feuerwehr Waldthurn 1983


Nur in kleinem Rahmen feierte die Wehr dann am Samstag den 7.5.1983 das 110jährige Bestehen. Nach dem Totengedenken am Kriegerdenkmal und einem Gottesdienst in der Pfarrkirche versammelten sich die Mitglieder und Ehrengäste im Gasthaus Kühnhauser zu einer schlichten Feier, wozu der Vorsitzende Johann Bäumler auch Landrat Christian Kreuzer und Kreisbrandrat Josef Beutler begrüßen konnte. In einem kurzen Rückblick ging Bäumler noch einmal auf die Entwicklung des Feuerlöschwesens in der Marktgemeinde ein. Zahlreiche Mitglieder wurden während dieses Ehrenabends für langjährige Treue ausgezeichnet.


Totengedenken am Kriegerdenkmal anlässlich des 110jährigen Jubiläums
Zu einer ersten Diskussion über den Ankauf eines neuen Gruppenfahrzeuges kam es bereits am 18.10.1983, wobei der Verwaltungsrat einstimmig wieder für ein LF 8 plädierte. Aber hier entschied der Marktrat anders und so wurde 1985 ein TSF, Marke Ford Transit gekauft, zusammen mit einer TS 8. Am Sonntag den 16.5.1985 wurde das Fahrzeug dann im Beisein zahlreicher Ehrengäste beim alten Gerätehaus gesegnet. Für die musikalische Unterhaltung sorgten dabei "die 3 Sepp'n" (Pflaum sen., Lindner, Müllner), wobei sie als Tracht stilecht alte Feuerwehruniformen trugen. 1988 übernahm man anlässlich des 100jährigen Jubiläums in Waldkirch wieder die Patenschaft, 1990 war man beim 125jährigen Jubiläum der Vohenstraußer Wehr dabei und 1991 übernahm man erneut eine Patenschaft, beim 100jährigen Jubiläum der Spielberger Wehr. Anlässlich der Feier des Florianstages wurde am 19.5.1991 das von Ehrenmitglied Josef Grundler komponierte "Waldthurner Feuerwehrlied" uraufgeführt.


12.6.1989 - Die Planungen für das neue Gerätehaus beginnen


Nachdem die Wehr mit Fahrzeugen recht gut bestückt war, wollte man sich einen weiteren Wunsch erfüllen, den vom neuen Gerätehaus. Zu ersten Vorüberlegungen kam es am 12.6.1989 im Vereinslokal Ebnet unter dem 1. Vorsitzenden Josef Hamann und dem 1. Kommandanten Helmut Gollwitzer. Als Standort hatte man sich dabei zunächst für den "Alten Fußballplatz" entschieden. Am 18.9. des gleichen Jahres wurde ein Antrag an die Marktgemeinde gestellt. Es sollte aber noch einige Jahre dauern, bis dieser Wunschtraum endlich in Erfüllung gehen würde. Erste Schritte zur Verwirklichung dieses Zieles unternahmen die Mitglieder der sehr aktiven Jungfeuerwehr. Sie richteten im Jahre 1993 ein Popkonzert mit der Spitzenband "Radspitz-Express" in der Buchbergerhalle am Fahrenberg aus. Mit dem Reinerlös wurde später dann die Kücheneinrichtung im neuen Gerätehaus gekauft.


Ein Traum erfüllt sich - Neubau des Gerätehauses


Ganz im Zeichen der Planung und Ausführung des neuen Gerätehauses standen die letzten Jahre in der Waldthurner Wehr. Diesem Großprojekt sollen die letzten Seiten dieser Chronik gewidmet werden. Das alte Feuerwehrgerätehaus war veraltet und nicht mehr zeitgemäß, die Unterbringungsmöglichkeit im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Lagerung der hohen Sachwerte für eine Stützpunktwehr nicht mehr zumutbar. Im April 1990 kam es zu ersten Vorplanungen (Bauhof/Gerätehaus) und im Oktober wurde der Auftrag an Architekt Roland Steger aus Vohenstrauß vergeben. Zunächst waren drei Stellplätze vorgesehen, aber im November 1992 kam es aufgrund von Finanzproblemen zu einer Umplanung auf zwei Stellplätze. Die endgültige Planung war im Januar 1993 unter Dach und Fach. In der Marktratssitzung am 30.6.1994 wurde der Neubau des Gerätehauses dann endgültig beschlossen. Nach längeren Debatten über den Standort des neuen Hauses entschied man sich für einen Bau am Bauhof.


Erster Bauabschnitt - Schlauchpflegehalle


Der erste Bauabschnitt war bereits 1993 in Angriff genommen worden und bestand aus der Schlauchpflegehalle und dem Ausstellungsraum als Verbindungsbau zum neuen Gerätehaus. Bereits hier wurde von der Wehr freiwilliger Arbeitsdienst geleistet wie das Fliesen der Wände und der Einbau der Schrägtrocknung. Hier muss besonders auch der Arbeitseinsatz der Jungfeuerwehrleute erwähnt werden. Die Einweihung der Schlauchpflegehalle fand am 5.3.1994 mit einem kleinen Fest statt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 621 freiwillige Arbeitsstunden von den Mitgliedern geleistet worden, um die Kosten für die Marktgemeinde möglichst niedrig zu halten. Erwähnt werden muss, dass auch Nichtmitglieder an diesem freiwilligen Arbeitseinsatz beteiligt waren.


Der Neubau des Gerätehauses


Anfang 1994 gab der Marktgemeinderat grünes Licht für den Bau des neuen Gerätehauses. Seitens der Regierung wurde ein Zuschuss in Aussicht gestellt, der sich für die Maßnahme in Höhe von 40% bewegte. Bürgermeister Bergler rief auch hier die Mitglieder auf, tatkräftig mitzuhelfen, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Dieser Aufruf, der auch von Seiten des Ehren-KBI Johann Bäumler unterstützt wurde, fand bei der Waldthurner Wehr offene Ohren und es wurde vorbildliche Zusammenarbeit beim Neubau demonstriert. Kommissarischer Vorstand war zum damaligen Zeitpunkt Alfred Troidl. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde im Mai 1994 Michael Pflaum als Vorsitzender gewählt. Unterdessen nahmen die Aktivitäten für den Bau des Gerätehauses ihren weiteren Verlauf. Besonders erwähnenswert ist hier die Bauholzaktion, die im Vorfeld hauptsächlich von der Jungfeuerwehr durchgeführt wurde. Dann endlich, an einem sonnigen Freitag, den 1. Juli 1994, erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gerätehaus durch Bürgermeister Franz Bergler und Ehren-KBI Johann Bäumler.





Der Aushub und der Bodenaustausch wurden ebenfalls in Eigenleistung durchgeführt, ebenso die Abfuhr des anfallenden Erdreiches. Der Rohbau war ausgeschrieben worden, so dass hierbei für die Wehrmänner noch keine Arbeit anfiel. Die Grundsteinlegung wurde am 5. August 1994 von den Mitgliedern der Wehr bei einem kleinen Festakt in gebührendem Rahmen vorgenommen. Vorsitzender Michael Pflaum konnte hierzu auch Bürgermeister Franz Bergler mit einigen Markträten sowie KBI Johann Bäumler begrüßen. Für die Wehr, so betonte Pflaum bei seiner Ansprache, sei dieser Tag ein Tag der Freude, da mit dieser Baumaßnahme ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gehe. Abschließend wurde die auf der nächsten Seite abgebildete Urkunde mit den aufgeführten Namen sowie ein Bauplan in eine Hülse gesteckt und von Bürgermeister Franz Bergler und KBI Johann Bäumler eingemauert.



Eine Hülse mit Urkunde und Bauplan wird eingemauert

Am 26.8.1994 konnte bereits das Hebfest gefeiert werden. Nachdem nun der Rohbau errichtet war, begann für die Verantwortlichen und alle Mitglieder der Wehr eine sehr arbeitsintensive Zeit. Obwohl ursprünglich die Dacheindeckung durch eine Firma vorgesehen war, wurde auch diese Arbeit in Eigenleistung ausgeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden bereits nach den mustergültigen Aufzeichnungen von Ehrenmitglied Josef Grundler 1240 Arbeitsstunden von 58 Personen erbracht. Beginnend vom Verputzen und Fliesen der neuen Schlauchpflegehalle, dem Einbau der Schrägtrocknung, Holzaktion, Erdaushub, Dachschalung und Eindeckung. Durchschnittlich waren bis zu 10 Mann im Einsatz, vom Jungfeuerwehrmann bis zum Ehrenmitglied. So manche fachmännische Arbeit wurde zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Beim Innenausbau wurden Trennwände gemauert, Stromkabel, Wasser- und Heizungsrohre sowie Abflussrohre verlegt. Komplett in Eigenregie wurden die Wandfliesen angebracht. Sämtliche Innenputzarbeiten wurden von Mitgliedern, teilweise auch von Nichtmitgliedern ausgeführt. Bestens koordiniert wurden die Arbeiten durch Josef Müllner (Siffert Sepp).


Eine kräftige Brotzeit gehört natürlich zu jedem Arbeitseinsatz

Der letzte große Einsatz kam dann mit dem Herrichten des Vorplatzes.

Im Lehr- und Unterrichtsraum befindet sich ein handgefertigter Schrank, den Ehren-KBI Johann Bäumler zusammen mit seinem Sohn Eduard kostenlos erstellt hat. Das Bild des heiligen Florian über dem Eingangsbereich wurde von einem Waldthurner Künstler, dem "Wiggerl Bäuml" gefertigt und von Bürgermeister Franz Bergler spendiert. Um zusätzlich auch noch finanziell der Gemeinde bei diesem Projekt zu helfen, wurde ein origineller Baustein entworfen, ein Brotzeitbrett mit dem Bild des neuen Gerätehauses, der zum Preis von 10 DM an die Bevölkerung verkauft wurde. Damit konnte man sich nicht nur eine Erinnerung an den Neubau erwerben, sondern unterstützte auch eine gemeinnützige Sache.


Umzug ins neue Gerätehaus


Am 10. November 1995 erfolgte der Umzug in das neue Feuerwehrgerätehaus. Wenn auch der Bau noch nicht ganz fertiggestellt war, konnte doch die Fahrzeughalle mit den beiden Stellplätzen genutzt werden. Nach einer Ehrung für 25- bzw. 40jährige aktive Dienstzeit im Rathaus, wurden beide Fahrzeuge in einem Fackelzug mit der Trachtenkapelle Müllner, den Ehrengästen und zahlreichen Wehrmännern in das neue Gerätehaus überführt. Dort schloss sich ein Umzugsfest in der neuen Fahrzeughalle an. Dies sollte ein kleines Dankeschön sein für die vielen, unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden. Dass dieses Projekt so schnell fertiggestellt werden konnte, war ein Verdienst der Waldthurner Wehrmänner mit ihrem Vorsitzenden Michael Pflaum und Kommandant Josef Zielbauer an der Spitze. Fast 3500 Stunden an Eigenleistungen waren bis zu die-sem Zeitpunkt von über 70 Mitgliedern und auch Nichtmitgliedern erbracht worden. Dass Kameradschaft und Zusammenarbeit in der Waldthurner Wehr präsent sind, wurde bei dieser Baumaßnahme eindeutig demonstriert.


4.8.1996 – Einweihung des neuen Gerätehauses


Am 4. August 1996 erhielt das neue Gerätehaus durch Pfarrer Andreas Renner den kirchlichen Segen. Bereits am Vortag begannen die Festlichkeiten mit einer Geräteschau, Leistungsprüfungen und Jugendspange. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Führungskräfte der Feuerwehr und Vereine aus der Marktgemeinde und der näheren Umgebung konnten dazu begrüßt werden. Einen würdigen Auftakt bildete dabei der festliche Gottesdienst, den Pfarrer Andreas Renner zele-brierte und den der Gesangverein unter der Leitung von Josef Müllner jun. gestaltete. Anschließend bewegte sich, angeführt von der Trachtenkapelle Müllner, ein imposanter Zug zum neuen Gerätehaus, wo Vorsitzender Michael Pflaum stellv. Landrat Willi Neuser, Landrat a.D. Anton Binner, die MdL Ernst Michel und Fritz Möstl, Bürgermeister Franz Bergler mit dem Gemeinderat, die ehemaligen Markträte und von der Feuerwehrspitze KBR Josef Lorenz, KBI Johann Rewitzer, sämtliche KBM des Bezirkes und die Ehren-KBI Fritz Sommer und Johann Bäumler begrüßen konnte. Dazu waren alle Feuerwehren des Gemeindebereiches, die Patenwehren aus Neustadt/WN, Vohenstrauß und Waldkirch sowie mehrere Feuerwehren aus dem Altlandkreis und viele Vereine der Marktgemeinde gekommen. Nach einem Gedicht, vorgetragen von Katrin Zielbauer, segnete Pfarrer Andreas Renner das neue Haus. Architekt Roland Steger übergab symbolisch einen Schlüssel an Bürgermeister Franz Bergler, den dieser an den 1. Kommandanten Josef Zielbauer weitergab. Am Nachmittag wurde dann noch gebührend gefeiert.


1. Vorsitzender Michael Pflaum bei der Begrüßung der Gäste


Schlüsselübergabe durch den 1. Bürgermeister Franz Bergler an den 1. Kommandanten Josef Zielbauer


Zusammenstellung der Eigenleistungen